Jul 162013
 

Während der Landesgartenschau in Norderstedt im Jahre 2011 wurde ich auch einen Kurs der VHS in Norderstedt aufmerksam gemacht, der sich um Pflanzenfotografie und Blaudruck handelte. Leider konnte ich damals aus zeitlichen Gründen nicht daran teilnehmen, aber das Thema ließ mich nicht mehr so richtig los.

In den letzten Jahren beschäftigte ich mich viel mit allen möglichen fotografischen Techniken und stellte immer wieder fest, dass mir besonders relativ abstrakte Fotografien besonders zusagen, daher kam mir immer mal wieder der Name Blaudruck in den Sinn, wo ich davon ausging, dass man auch künstlerische Bilder bekommen könnte.

Ich habe mal im Netz gesucht, aber nicht wirklich viel dazu gefunden, bis ich irgendwann darüber stolperte, dass sich diese Technik durch die Verwendung von Ammoniumeisencitrat und Kaliumferricyanid umsetzen lassen könnte. Die Suche im Netz dazu war aber nicht wirklich vielversprechend und daher ließ ich das Thema wieder liegen und kümmerte mich nicht weiter darum, erinnerte mich aber zumindest an die Bezeichnungen.

Als ich vor kurzem in einer Zeitung ein Bild sah, was ein Foto hätte sein können, was aber trotzdem in gewisser Weise verschwommen war, erinnerte ich mich wieder an den Begriff und machte mich auf die Suche nach den nötigen Chemikalien. Irgendwann bekam ich den Hinweis, dass sie gut sortierten Drogerien zu bekommen sind und dass man ggf. auf eBay fündig werden könnte. Das probierte ich dann aus und fand tatsächlich einzelne Gebinde der Chemikalien in verschiedenen Größen bei eBay. Hier bestellte ich nun, kam aber im Anschluß zeitlich nicht dazu einmal etwas auszuprobieren. Dazu kam, dass ich eigentlich einen sehr schönen Sommertag zum Ausprobieren abwarten wollte, weil zum Erreichen des Ergebnisses UV-Strahlung (zur Entwicklung) notwendig ist und ich in Erinnerung hatte, dass  dies mit UV-Lampen schwer werden könnte, aber an einem strahlenden Sonnentag ganz schnell ging.

Als ich nun die Tage einen kleinen Freiraum an einem strahlendem Tag hatte setzte ich die Pläne in die Tat um. Ich besorgte mir laserfähige Overheadfolien um Bilder darauf zu drucken, suchte mir einige schwarz-weiß-Umwandlungen der letzten Zeit heraus, wo es starke Kontraste gab und erzeugte davon in Photoshop Negative, welche ich dann auf die Folien druckte. Nun nahm ich mir ein schweres Aquarellpapier her, welches ich in Dunkelheit mit einer Mischung von Wasser und den beiden Chemikalien bestrich, trocknen ließ und worauf ich die geruckten Bildnegative platzierte, bevor ich sie ca. 10 Minuten in die Sonne legte und anschließend die Chemikalienmischung  unter fließendem Wasser auswusch. Übrig blieb ein blau-weißes Bild, was durch Kristallbildung der Chemikalien im Papier entstand, welches durch die unterschiedliche „Belichtung“ des lichtempfindlichen Papiers erzeugt wurde.

Bei den verschiedenen Vorlagen stellte ich fest, dass ich starke Kontraste benötigte und sich überwiegend helle Bildbereiche für das Ergebnis besser machten als überwiegend dunkle Bildbereiche. Ein paar Beispiele möchte ich im Folgenden vorstellen. Ich biete auch gerne für zukünftige Studiobilder mir entsprechender Charakteristika an diese nach dem Blaudruckverfahren auszubelichten.