Mrz 202016
 
chile-17

Wie ich ja schon im letzten Beitrag erzählt habe, war ich eine Woche mit relativ viel Zeit im Norden Chiles unterwegs. Außer den Nachtbildern, die in Iquique und Arica entstanden sind, habe ich auch eine wunderbare Tour durch die chilenischen Anden gemacht, wo ich mehrfach nicht weit von der bolivianischen Grenze entfernt war.

Bei dieser Tour war ich vielfach in ganz einsamen und beeindruckenden Landschaften mit viel fast unberührter Natur. Auch vom Klima hatte ich richtig Glück, was in der Jahreszeit nicht ganz selbstverständlich ist, da manchmal Straßen wegen Sturzbächen nicht befahrbar sind. Ich hatte nur eine Situation, wonach ich mir vorstellen kann wie es passieren kann, da ich an einem Rinnsal vorbei kam, welches ein paar Minuten vorher noch nicht existiert hatte und welches während ich es passierte von der Wassermenge stieg und stieg und sicher ein paar Minuten später nicht mehr zu passieren war. Den Grund erkannt ich dann auch: nämlich ein Gewitter, was am Berg hinter mir hing.  Aus was ich befürchtet hatte trat nicht ein, ich konnte nämlich nicht einmal negative Auswirkungen des Phänomens „El Nino“ feststellen.

So gab es immer wieder sehr beeindruckende Stimmungen und Wolkenzüge, die mir aber leider häufig viel zu langsam waren, sodaß man sie gut in Bildern hätte festhalten können. Trotzdem hatte ich in dieser  Zeit auch immer mal wieder die Muße mich Langzeitbelichtungen zu widmen, zumal ich hierfür einige Dinge ausprobieren wollte, da ich im Frühsommer 2016 dazu auch Workshops geben werde. Leider hatte ich aber wenig Glück was die Nachtfotografie anging, wovon ich mir eigentlich gerade in der Gegend viel erhofft hatte, aber leider zog es meistens abends zu, sodaß man keine Chance hatte den tollen Sternenhimmel zu sehen, Trotzdem hatte ich einmal das Glück, selbst wenn ich an diesem Abend so kurzfristig keinen schönen Ort mehr ausmachen konnte um entsprechende Bilder zu machen  und einfach einen Parkplatz an der Hauptverbindungsstraße nutzen musste.

Im Folgenden möchte ich nun einige schöne Abendstimmungen, genauso wie ein paar wenige Nachtbilder als Beispiel für den faszinierenden Sternenhimmel, aber auch ein Lightpainting an einem normalen Abend zeigen. Natürlich dürfen auch die Langzeitbelichtungen am Tage nicht fehlen, die ich überwiegend an Felsstränden machte, auch wenn es im Norden Chiles ganz beeindruckende und ewig lange Sandstrände gibt.

 

 

 

 

Dez 112015
 
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Lange habe ich die Sichtung und Bearbeitung meiner Bilder des Herbstes 2015 vor mir hergeschoben, da ich mich um vieles Anderes, wie beispielsweise Bilder von Shootings und Vorbereitung eigener Workshops kümmern musste, aber noch pünktlich vor Beginn des eigentlichen Winters habe ich auch alle Herbstbilder fertig und möchte auch einige davon zeigen.

Ein paar Ausnahmen habe ich ja  schon in meinem Bericht über Altoptiken gezeigt, die ich wegen meines Vortrages beim Fotostammtisch in Hamburg schneller fertig bekommen musste. Die Bilder sind von Anfang Oktober bis Mitte November bei verschiedenen Gelegenheiten teilweise in Brandenburg, im Harz, in der Lüneburger Heide aber auch in der näheren Umgebung von Hamburg entstanden.

Der Herbst ist in meinen Augen fotografisch immer eine tolle Jahreszeit, wenn dazu das Wetter passt und man schöne Tage hat, dazu kommen noch Gewohnheiten in der Natur wie die Vogelzüge (besonders Kraniche und Gänse, aber auch Stare), die immer sehr beeindruckend sind und die ich diesmal am Günzer See und am Linumer Bruch beobachten konnte. Dazu war, wie sich an den Bildern unschwer erkennen lässt, der Herbst im Jahr 2015 selbst in Norddeutschland recht schön und farbenprächtig und man fühlte sich fast wie in einen richtigen „Indian Summer“ versetzt.

Eine Auswahl aus den vielen wunderbaren Bildergebnissen und  ganz unterschiedlicher Fotografietechniken und Kamera-Objektivkombinationen möchte ich im Folgenden noch zeigen.

 

 

Okt 082015
 
_2060503

Beim Hamburger Fotostammtisch im Oktober 2015 habe ich die Verwendung von Altoptiken und Tricklinsen auf modernen Spiegelreflex- und Systemkameras vorgestellt und einige Tipps und Anregungen zur Verwendung, sowie Hinweise gegeben worauf man achten sollte.

Bei der Verwendung von Altoptiken ist zu beachten, daß sowohl die Blende als auch der Fokus manuell am Objektiv eingestellt werden müssen. Das bedeutet für die Belichtungssteuerung, daß man die Zeitautomatik oder den voll manuellen Modus verwenden muss. Ich persönlich bevorzuge zur Verwendung von Altoptiken Spiegellose Kameras (Sony E-Mount und MfT), da man hier bessere Kontrollmöglichkeiten hat um den Fokus festzulegen (Fokuslupe, Kantenanhebung) als mit herkömmlichen Spiegelreflexkameras.

Auch wenn ich über Nachfotografie und Lichtmalerei zu Altoptiken gekommen bin, verwende ich diese inzwischen überwiegen für etwas spezielle Bilder, wo ich keinen größeren Wert auf exakte Schärfe lege, sondern eher den Stil dieser Optiken mit dem etwas eigenen Bokeh bevorzuge, was sich besonders bei Naturbildern – gerade im Herbst wenn sich die Blätter färben – und bei Personenaufnahmen mit entsprechendem Hintergrund anbietet.

Für den Vortrag habe ich einige Beispielbilder für verschiedene Objektive zusammen gestellt. Diese möchte ich im Folgenden auch nochmals zeigen.

Helios 44:

 

Jupiter 9 +12:

 

Pentacon 100+135:

 

Pentax 50+100+300:

 

Zeiss Tessar 50:

 

Meyer-Görlitz Trioplan 100:

 

Objektive mit gedrehter Frontlinse (Helios 44 + Varexon 35):

 

Lochblende:

 

Lensbaby:

 

Subjektiv:

 

 

 

Aug 022015
 
Photocall Lightpainting World Bodypainitng Festival 2015

Im Rahmen des Bodylightpaintings, was Erasmo und ich zusammen als Workshop auf dem World Bodypainting Festival in Pörtschach gegeben haben (siehe auch http://blog.jows-fotografie.de/bodylightpainting-workshop-auf-dem-wbf2015), entstand auch die Idee sich auf dem Fest mit dem Thema Lightpainting an sich zu beteiligen.

Hier kam uns die Methode eines Photocalls, wie wir es schon mehrfach gesehen haben und wie es besonders in Spanien verbreitet ist, als besonders passend vor. Um nicht direkt ins kalte Wasser springen zu müssen, nahmen wir an einem der Hauptabende des Festivals in Kauf diesen nicht miterleben zu können und einen Test zu machen wie wir in dieser Form zusammen arbeiten können.

Es war recht schwierig auf dem Festivalgelände eine geeignete Lokation zu finden, da es überall sehr helle Lichtquellen gab, die natürllich bei diesen Plänen störend wirkten. Letztendlich fanden wir doch einen Platz, wo wir allerdings einige male auch die Aufnahme abbrechen und neu beginnen mussten, da immer mal ein Auto vorbeikam, welches mit den Scheinwerfern natürlich genau in die Kamera leuchtete.

Auch wenn der Abend so ganz anders verlief als die „normalen“ Festabende hatten wir viel Spaß dabei und den Eindruck, daß der Test mehr als erfolgreich war, da wir Leute mit dem Thema Lightpainting konfrontierten, die sich aus den reinen Worten keinen Reim machen konnten und von den Ergebnissen umso begeisterter waren.

Wir hoffen in diesem Rahmen auch den Einen oder Anderen interessiert gemacht zu haben und das ganze Vorhaben bei nächster Gelegenheit in ganz anderem Umfang durchführen zu können. Einen kleinen Eindruck davon möchte ich noch mit den Bildern im Folgenden geben.

 

 

Die Fotos sind entstanden unter der Mithilfe von:

Erasmo Daaz, Ivette Palacios, Daniela Casuneanu, Lara Lee, Chan Hee Park, Kai Yiu, Hayane Jang, Mike J. Shane, Wolfgang Reicherter, ….

Ich möchte allen danken, die trotz des parallelen Festivals so schön geduldig waren und  Model standen oder mich bei der Umsetzung der Fotos unterstützten, die alleine so nicht möglich gewesen wären.

 

Jun 162015
 
jows35

Da ich Pläne habe Fotoworkshops auf den Nordfriesischen Halligen ind Inseln anzubieten, die für solche Aktivitäten durch die gute Erreichbarkeit und ihre Größe, sowie der Vielfalt prädestiniert sind, wollte ich endlich einmal ein paar Tage nutzen und mir einen umfassenderen Eindruck machen als ich bisher hatte. Aus diesem Grunde blieb ich ein paar Nächte auf dem Nordfriesichen Festland und besuchte als Tagesausflüge einzelne Inseln um einen besseren Eindruck zu bekommen.

Diese Inseln bieten gerade für meine Spezialisierungen Nachtfotografie, Naturfotografie und kreative Fotografie unendliche Möglichkeiten und gerade das macht sie für mich sehr spannend und genau das habe ich auch bei meinen Aufenthalten dort probiert zu verbinden. Am Begeisterststen war ich im Endeffekt von der Hallig Langeness, wo man alles wunderbar und auf sehr kleinem Raum verbinden kann und trotzdem ein ganzes Wochenende gut zu verbringen ist.

Wie sich die ganze Sache als echtes Programm umsetzen lässt muss ich mir zwar noch durch den Kopf gehen lassen, aber ich bin fest entschlossen die sich dort ergebenden Möglichkeiten nutzen zu wollen.

Da ich während der Tage auch ein Pinhole und einige Altoptiken dabei hatte, darunter ein Jupiter 9 und ein Trioplan für Exacta, welche durch die Bokehs bestechen oder ein Helios 44 mit gedrehter Frontlinse nutzte ich diese natürlich auch immer wieder.

Natürlich möchte ich auch ein paar bei den Kurzbesuchen entstandene Bilder nicht vorenthalten, die  sowohl mit kreative Fotografietechniken als auch Multishot-Techniken, aber natürlich auch „ganz normale“ Aufnahmen enthalten.

 

 

 

Apr 092015
 
Jessica-Dittmer

Am 26. April 2015 findet der „Fifteenth Worldwide Pinhole Photography Day“ statt. In diesem Rahmen möchte ich auch anregen die Lochkamera-Fotografie einmal auszuprobieren und biete deshalb eine kleine Fototour  an, um dies gemeinsam auszuprobieren.

Voraussetzung ist natürlich eine Lochkamera oder eine Digitalkamera, die als Lochkamera verwendet werden kann und das ist eigentlich jede Digitalkamera (siehe unten). Man muss sie sich nur mit einem kleinen Trick entsprechend herrichten. Es gibt natürlich auch schon fertige Lochblenden für Spiegelreflex oder Systemkameras, wie beispielsweise ein Pinhole-Einsatz für das Lensbaby oder das Subjektiv oder bei Enjoyyorcamera die Lochblende Rising Pinhole, was fertig umgebaute Objektivdeckel für die gebräuchlichsten Bayonett-Anschlüsse und mit Blenden zwischen 91 und 223 je nach Anschluss sind. Außerdem gibt es von Loreo „lens in a cap“, wobei ein Aufsatz mit kleiner Linse und Blende 64 geliefert wird, was aber halt keine 100%ige Lochkamera ist, da das Prinzip der Lochkamera eigentlich ist linsenlos zu fotografieren. Sicher gibt es auf dem Markt auch noch einige weitere Produkte, worüber ich aber nichts sagen kann.

Lochkameras (siehe auch bei Wikipedia) waren ganz einfache Kameras, wo nur durch ein Loch in einem lichtdichten Hohlkörper eine spiegelverdrehte Abbildung einer Szene abgelichtet werden konnte. Dies lässt sich heute auf eine der beschriebenen Arten auch mit Digitalkameras erreichen. Das Merkmal der Lochkamerafotografie ist, daß man mit einem möglichst kleinen Loch arbeitet, welches im Normalfall viel kleiner als die kleinste Blendenöffnung einer Kamera ist. Lochblenden-Fotos zeichnen sich durch eine leichte Unschärfe im gesamten Bild aus, die Schärfentiefe dagegen ist nahezu unendlich. Durch die Größe des Lochs lässt sich der Grad der Bildschärfe steuern. Je kleiner das Loch ist, desto höher wird die Bildschärfe, was beim Basteln von Pinhole-Objektiven oder Pinhole-Vorsätzen zu beachten ist.

Dadurch bedingt, daß man durch eine sehr kleine Blende fotografiert, braucht man relativ lange Belichtungszeiten, was ggf. die Einschränkung ist, wenn man mit Kompakt- oder Bridgekameras fotografieren möchte. Dadurch werden Bewegungen im Bild, wie bei Langzeitbelichtungen üblich unscharf dargestellt. Dazu ist man im Normalfall gezwungen wegen der recht langen Belichtungszeit ein Stativ zu verwenden. Wenn man aus der Hand fotografieren möchte bleibt einem nichts Anderes übrig als  extrem hohe ISO-Werte zu verwenden, was durch das dadurch bedingte starke Rauschen ggf. sogar den Charakter der Pinhole-Fotografie verstärkt. Im Normalfall lässt sich noch die Belichtungsautomatik der Kamera verwenden, trotzdem ist es sinnvoll auf den voll manuellen Modus umzustellen, wenn die Kamera es erlaubt, um gezielt die Bildwirkkung zu bestimmen und nicht dauern messen zu müssen und Fehlmessungen in Kauf nehmen zu müssen, die bei Lochblenden relativ häufig auftreten.

Beim Fotografieren mit einem Pinhole-Objektiv- oder Vorsatz wird man sehr schnell sehen, ob es bei der verwendeten Kamera Sensordreck gibt, der entfernt werden muss, da er sehr viel besser als bei der Verwendung der kleinsten Blende eines „normalen“ Objektivs abgebildet wird. Bei Spiegelreflex- oder Systemkameras bietet sich daher eine Sensorreinigung vor der Verwendung an, wenn man nicht in der Nachbearbeitung mühsam jede Verunreinigung entfernen möchte.

Es gibt verschiedene Varianten eine Digitalkamera in eine Lochkamera zu verwandeln, wobei Spiegelreflex- oder Systemkameras am Besten dafür verwendet werden können, da das eigentliche Prinzip einer Lochkamera ist ohne Linse zu fotografieren, was sich bei Bridge- oder Kompaktkameras ja nicht einfach umsetzen lässt.

Für Wechselobjektivkameras kann ein Kameradeckel verwendet werden, der eigentlich dazu dient den Sensor zu schützen solange kein Objektiv montiert ist. Wenn man in den Kameradeckel mittig ein Loch bohrt lässt er sich direkt als „Pinhole-Objektiv“ verwenden. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, daß das Loch so klein wie möglich ist, da das Bild mit größerem Loch immer mehr verschwimmt. Ein Trick ist hier ein ggf. größeres Loch zu Bohren und dieses mit Klebeband oder Folie abzudecken, worein man mit einer feinen Nadel ein kleineres Loch sticht. Auf diese Weise lässt sich sogar ein Lochsieb herstellen, indem man mehrere Löcher sticht. Bei der Herstellung muss unbedingt darauf geachtet werden, daß vor der Verwendung die bearbeitete Objektivkappe gereinigt wird und nicht noch Bohrstaub besitzt, der dann auf den Sensor fällt. Außerdem ist es sinnvoll die Kappe nicht auf der Kamera aufgesetzt zu bearbeiten, da man sonst ggf. sogar den Sensor beschädigen kann.

Eine andere Möglichkeit, die mit Wechselobjektivkameras so wie Kameras mit festen Objektiven verwendet werden kann, lässt sich mit Hilfe eines kleines Kastens oder Objektivaufsatzes basteln. Hier entspricht man halt nicht dem Prinzip der linsenlosen Fotografie, wenn man ein an die Kamera angesetztes Objektiv darun verwendet. In diesem Fall geht man folgendermaßen vor: Entweder man Bastelt sich einen Pappvorsatz vor dem Objektiv oder man verwendet dazu eine Konservendose oder einen Joghurtbecher. In den am Objektiv angebrachten Vorsatz wird dann mittig ein feines Loch gestochen. Diese Methode ist nur eingeschränkt nutzbar, da es etwas auf die Brennweite des verwendeten Objektivs ankommt, wenn die Lochblende auf ein Objektiv aufgesetzt wird. Bei zu geringen Brennweiten wird man hier nämlich noch den kreisförmigen Bildausschnitt bekommen. Zusätzlich ist eine 100%-ig Abschirmung gegen Seitenlicht nicht so einfach.

So leicht kann eine Pinhole-Kamera gebastelt werden und so kann fast jeder am Lochkameratag teilnehmen. Ich hoffe daher auf viele Teilnehmer bei meiner Fototour in Hamburg  und interessante Versuche in der Pinhole-Fotografie.

Außer ein paar Bildern von Umbauten möchte ich hier auch noch gleich ein paar kleine Beispiele aus meinen  Versuchen der letzten Tage zeigen.

Mein Vorsatz für den 26. April eine eigene Veranstaltung zur Lochkamerafotografie ist leider vollkommen ins Wasser gefallen, da mir im Laufe des Wochenendes bis zum Startzeitpunkt alle Teilnehmer abgesagt haben, was wohl dem sehr ungemütlichen Wetter geschuldet war. Leider war daher eine Absage das beste, weil halt auch sehr wenig Licht gewesen wäre, was die Lochkamerafotografie auch noch erschwert hätte. In den letzten Wochen vorher bin ich allerdings auch noch auf 2 recht interessante Artikel dazu gestoßen, die ich hier noch anführen möchte:

1. Fotomagazin

2. Prophoto

 

 

 

Mrz 252015
 
_1200233

Vor einiger Zeit bin ich über die Webseite des belgischen Fotografen François van Bastelaer gestolpert, der sich auf Wasserspiegelungen spezialisiert hat und die Bildergebnisse teilweise umdreht, was ihnen einen ganz besonderen Eindruck verleiht. Dies habe ich dann in den ersten Wochen des Jahres auch immer wieder ausprobiert, wenn ich mal mit der Kamera unterwegs war, wobei ich gemerkt habe, daß sich mit Spiegelungen wirklich schöne Dinge machen und tolle Effekte erreichen lassen.

Nach der Vorstellung verschiedener kreativer Fotografietechniken mit einfachen Mitteln durch Frank Müller beim letzten Fotostammtisch musste ich feststellen, daß sich hier unsere Interesse auch etwas decken. Daher werde ich Frank auch bei dem Plan einer Fototour durch die Speicherstadt mit dem Ziel Spiegelungen bei der Umsetzung etwas unterstützen, da nach dem Stammtisch der Anklang sehr hoch war und sich sehr schnell sehr viele angesprochen fühlten und das ausprobieren wollen.

Im folgenden zeige ich ein paar Bildergebnisse, die natürlich nur beispielhaft sein können, da das Thema so vielseitig ist.

 

 

 

Sep 252014
 
jows-25

Lost-Place-Fotografie bringt immer einen besonderen Nervenkitzel und interessante Motive mit sich, dazu lassen sich gerade Spiele mit Licht und Schatten, so wie HDR-Aufnahmen oder vielleicht noch schöner, aber arbeitsintensiver Aufnahmen auf die ein Exposure-Blending angewendet wird, gut zum effektvollen Ablichten nutzen, da man meistens schöne Kontraste zwischen sehr hellen und sehr dunklen Stellen vorfindet. Im Normalfall handelt es sich um verlassenen Gebäude, wo Tageslicht hinein fällt, wo aber ansonsten für eigene Beleuchtung gesorgt werden muss, wodurch sehr starke Kontrastunterschiede existieren. Gerade Graffitis, die sich in vielen Lost-Places finden verleihen hier automatisch erstellten und sehr extremen HDR-Aufnahmen durch ihren Glanz und die grellen Farben etwas ganz Besonderes.

Außerdem lassen sich natürlich Lost-Places auch sehr gut für andere Genres der Fotografie nutzen, wo die Peoplefotografie im allgemeinen genannt werden muss, da Lost-Places hierfür immer eine sehr schöne Kulisse bieten, was ich auch schon einige male genutzt habe. Zusätzlich bieten sich Lost-Places natürlich förmlich für Lichtmalereien an, was auch der Bereich ist über den ich überhaupt in den Kontakt mit Lost-Places kam. In den letzten Wochen und Monaten habe ich allerdings verschiedene Lost-Places tagsüber und „alleine“ besucht, weshalb ich mich vermehrt mit den dabei gegebenen Möglichkeiten beschäftigt habe. Hintergrund war auch der Plan eines Vortrages über dieses Thema beim Fotostammtisch Hamburg, den ich Anfang September organisiert habe.

Beim Besuch von Lost Places sollte man einige grundlegende Dinge beachten, wo ich aber zugeben muss, dass ich mich auch selber schon darüber hinweg gesetzt habe. Trotzdem würde ich zum Besuch solcher Orte folgende Ratschläge geben:

  1. Eine nicht zu schwere Kamera-Ausrüstung, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse liefert ist zu empfehlen. Wegen des fehlendem Lichts und den besseren Möglichkeiten für HDR-Aufnahmen ist auch ein Stativ sinnvoll, was aber am besten stabil und nicht zu schwer sein sollte, da man es ja mit sich herumtragen und ggf. auch klettern muss.
  2. Zusätzlich zur Kameraausrüstung braucht man geeignete Lichtquellen. Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus Lampen (Stirnlampe, Taschenlampen), die sich zur „Bemalung“ dunkler Ecken aber auch dem Einfachen Ausleuchten um Gefahren vorzubeugen verwenden lassen, und dazu auch einen Systemblitz mit dem man manche Möglichkeiten hat, die Taschenlampen in dieser Form nicht bieten.
  3. Man sollte bei der Kleidung darauf achten, dass man so gut wie möglich geschützt ist, da man auch einmal durch zugewuchterte Bereiche und auf sehr unebenen Untergrund laufen muss, was auf jeden Fall feste Schuhe unumgänglich macht. Dazu verwende ich Kleidung die vor so manchem Kratzer schützt und aus ähnlichen Gründen auch eine entsprechende Kopfbedeckung.
  4. Da in Lost-Places immer verschiedene Gefahren lauern, die man ggf. auch nicht absehen kann, ist es vorteilhaft solche Orte nicht alleine, sondern mindestens zu zweit oder besser zu dritt aufzusuchen, damit man sich nach einem Unfall auch aufteilen kann, einer beim Verunglückten bleibt und einer Hilfe holen kann.
  5. Zusätzlich zu den Sicherheitsvorkehrungen sollte man sehen, ob man sich auf Privatgrundstücken oder frei zugänglichen Bereichen befindet. Bei Privatgrundstücken ist auf die rechtliche Situation zu achten, da man im Prinzip Hausfriedensbruch begeht. Aus dem Grunde ist es immer am besten sich im Vorfeld zu informieren und für entsprechende Genehmigungen zu sorgen, die auch immer wieder vergeben werden. Allerdings besteht auch die Gefahr einer Ablehung, was sicher keine gute Voraussetzung ist, wenn man solche Orte dann doch besucht und dabei kontrolliert wird. Eine andere Variante sind spezielle Touren, die beispielsweise für Lost-Places in der Umgebung von Berlin durch Go2Know (http://www.go2know.de) angeboten werden. Hier kann man sich auf den entsprechenden Geländen frei bewegen und der Veranstalter sorgt dafür, dass Genehmigungen zum Betreten und vor Allem auch zum Veröffentlichen der Bilder vorhanden und entsprechende Gebäude zugänglich sind. Dies ist besonders im Fall der Beelitz Heilstätten wichtig, da dort sehr stark kontrolliert wird und es für einen als Privatperson fast unmöglich ist an eine Genehmigung zu kommen.

Selbst wenn es in Norddeutschland nicht so einfach ist entsprechende Orte ausfindig zu machen, so habe ich in letzter Zeit ich einige LostPlaces besucht. Manchmal bin ich in der Beziehung auf die Bewohner von Nachbarländern neidisch, wo nicht jedes leerstehende Gebäude direkt abgerissen oder vehement bewacht wird.

Im Juni/Juli diesen Jahres, als ich in Spanien unterwegs war bin ich an so einer Zahl von Lost-Places vorbei gekommen, wie man sie sich hier nur wünschen würde, allerdings habe ich nur wenige Versuche gemacht den Orten einen Besuch abzustatten, da es einfach nicht ins Programm gepasst hat. Einzig und allein einen umfangreichen Besuch konnte ich der bekannten Ruinenstadt Belchite abstatten, die im Bürgerkrieg durch Franco zerstört und ein paar Meter entfernt wieder aufgebaut wurde, wo aber der zerstörte Teil als beeindruckendes Geschichtsdenkmal bewahrt wurde.

Ein paar Impressionen aus verschiedenen Lost-Places möchte ich hier zeigen, kann aber nichts dazu sagen, wie sie noch besuchbar oder ggf. sogar schon anders genutzt sind. Beispielsweise werden die Gebäude in Beelitz der Reihe nach einzeln verkauft und es ist abzusehen, dass bis Ende des Jahres dort gar keine Möglichkeiten mehr bestehen. Aber gerade das macht die Lost-Place-Fotografie interessant, da sich die Gebäude in einem sehr raschen Wechsel der Möglichkeiten befinden.

 

Jun 122014
 
_DSC1966

Im Rahmen von verschiedenen gemeinsam geplanten Fotoworkshops traf ich mich in letzter Zeit immer mal wieder mit Petra Hoppe (http://www.petrahoppe.de) , um gemeinsam Dinge auszuprobieren, die als Workshopthemen interessant sein könnten. Dazu hatte ich selber noch einige Ideen, die ich für Workshops gebrauchen könnte und die ich auch definitiv bei der 2. Langen Nacht der Fotoworkshops in Hamburg benötige.

So trafen Petra und ich uns einmal in Planten un Bloomen um Pflanzen in der Dämmerung abzulichten und dabei interessant zu beleuchten, was ich selber schon einmal erfolgreich im Rahmen der Luminale in Frankfurt ausprobiert hatte und was wirklich Spaß macht. Da sich die Blüte ja im Laufe des Sommerhalbjahrs ständig ändert wird es einem dabei auch nie langweilig, da man immer wieder andere Pflanzen und deren Blüten findet.

Als weitere Unternehmung verabredeten wir uns schon vor vielen Wochen zum tollen Feuerwerk des Japanischen Kirschblütenfestes. Im Laufe des Tages des 23. Mai, an dem das Feuerwerk stattfinden sollt, hatten wir schon starke Befürchtungen, dass es förmlich ins Wasser fallen würde, aber letztendlich trafen wir uns an der Außenalster und hatten wunderbare Stunden mit bestem Wetter, selbst wenn der Boden durch den Dauerregen am Nachmittag recht feucht war und später durch Tauch auch noch oberflächlich nass wurde.

Nach etwas Herumlaufen fanden wir einen einsamen Platz mit einem guten Blick, wo wir gleich noch zum Sonnenuntergang einige Langzeitbelichtungen machen konnten. Im Laufe der Zeit wurde es aber immer voller und voller und so war letztendlich zum Feuerwerk unser ehemals einsamer Platz ein Massentreffpunkt und wir mussten im Laufe der Zeit auch die zuvor zur Ablage von Ausrüstung gesicherte Bank aufgeben, was aber gut war, da es zu unübersichtlich wurde und mit unserer Ausrüstung nicht mehr wohl gewesen wäre. Unsere Wahl war sehr schön, da wir das Feuerwerk sehr schön sehen konnten und auch keinen total dunklen Himmel hatten, weil wir in Richtung des untergegangenen Sonne standen, trotzdem hätten wir uns gewünscht einen Platz zu haben, wo das Feuerwerk nicht immer aus einem einzigen Winkel zu sehen war.

Da ich selber während der Langen Nacht der Fotoworkshops einige Personenworkshops geben werde, wollte ich einige Themen der Personenfotografie in der Dunkelheit ausprobieren, wozu ich 2 Shootingtermine ausmachte, die aus der Dämmerung bis in die einsetzende Dunkelheit gingen, wo man also Themen der Restlichtfotografie bei Sonnenuntergang und des Lightpaintings umsetzen konnte. Dazu hatte ich 2 sehr schöne Abende mit Sonnenuntergang, einen am Ostseestrand bei Laboe und einen in einem tollen Rapsfeld in der Nähe des Studios in Neumünster.

Einige der Ergebnisse der gesamten „Testshootings“ möchte ich Folgenden vorstellen.

Jun 032014
 
Luminale-005

Schon länger verfolge ich mit Interesse die schwarz-weißen Langzeitbelichtungen am Tage, die einige Fotografen immer wieder veröffentlichen und interessante, so wie fast surreal wirkende Effekte beinhalten. Hier sind mir in letzter Zeit besonders folgende 2 Spanier aufgefallen:

Eduardo Martin          :           mit dem ich auch schon einen e-Mail-Kontakt hatte

Jesus Manuel Garcia   :           der auf dem Nachtfotografiekongress 2014 in Madrid einen                                               Vortrag halten wird, auf den ich besonders gespannt bin

Da es natürlich mit dem Verfolgen von Bildern anderer Fotografen nicht getan ist, wollte ich natürlich das gesamte auch einmal ausprobieren. Ein Satz von ND-Filtern hatte sich schon im Laufe der Jahre für andere Dinge angesammelt, die ich dazu nutzte.

Zum Ausprobieren nutzte ich ein paar Stunden während eines Urlaubs, wo ich alleine und ohne Zeitdruck in Dubai unterwegs war. Hier fotografierte ich nur mit einem 24mm Weitwinkel wegen der Dimension der Gebäude und probierte auch Lichtspuren in der einsetzenden Dunkelheit einzufangen, war aber an sich von den Ergebnissen nicht so begeistert, selbst wenn die Schwarz-Weiß-Umwandlungen im Unterschied zu den Farbbildern schon sehr viel besser wirkten. Da ich eine Korrektur des Blaustiches, den die nicht so hochwertigen Filter erzeugen, nicht wirklich schön ausgleichen konnte.

Nach diesen ersten Versuchen und mehreren Schriftwechseln mit Eduardo Martin nutzte ich letztendlich die letzte Woche, wo ich auf der Luminale in Frankfurt war und einen Nachmittag ohne Termine hatte und machte mich ins Europaviertel auf. Hierbei fotografierte ich überwiegend mit Festbrennweiten von 28, 50 und 100 mm, was schon sehr viel geeigneter dafür erschien und suchte auch extremere Perspektiven, um die Bilder spannender zu gestalten.

Die Umwandlung der Bilder nahm ich nach der Lightroom-Entwicklung wie immer mit dem NIK-Plugin SilverEfex2 vor, wo man schon tolle Vorgaben hat, die nur noch punktuell und geringfügig angepasst werden müssen.

So sind einige recht ansehnliche Endergebnisse entstanden, die Lust machen diese Art der Fotografie weiter zu betreiben. Im Folgenden sind einige der so entstandenen Bildergebnisse zu sehen, die mit ND-Filtern bis zum Faktor 16 aufgenommen wurden, um aus normalen Belichtungszeiten „echte“ Langzeitbelichtungen zu machen.