Apr 272013
 

Nachtfotografie hat mich schon immer begeistert, da es einfach toll ist eine künstlich beleuchtete Umgebung aufzunehmen und dabei Effekte zu sehen sind, die man am Tage gar nicht wahr nimmt. Allerdings waren die Möglichkeiten immer relativ beschränkt, da ich mir erst mit meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera auch ein vernünftiges Stativ leistete, was im Prinzip die Voraussetzung für wirklich stimmungsvolle Nachtbilder ist, da man hier mit Belichtungszeiten von ganzen Sekunden oder sogar Minuten zu tun hat

Erst im Zusammenhang mit richtiger Nachtfotografie wurde mir überhaupt bewusst, dass es auch manchmal in anderen Situationen sinnvoll ist ein Stativ herumzuschleppen, was natürlich für ganz normale Ausflüge mit einfacher Kamera nicht praktikabel ist. Trotzdem lassen sich halt auch bei Tage bestimmte Dinge durch Wahl einer kleinen Blende und damit einer langen Belichtungszeit ganz anders darstellen. Dabei wäre beispielsweise an ziehende Wolken oder Wasserfluss oder Bewegungen von Grashalmen zu denken.

Bei der Nachtfotografie ist man meistens auf künstliche Lichtquellen angewiesen, um ein Bild überhaupt belichten zu können, wenn man nicht beispielsweise in einer klaren Nacht mit Vollmond unterwegs ist. Wenn man auf künstliche Lichtquellen zurückgreift, dann gibt es mehrere Möglichkeiten, die ein Bild beeinflussen. Zum Einen sind es Lichter von Gebäuden, die fest sind und höchstens während der Belichtung ein- und ausgeschaltet werden können. Zum Anderen gibt es bewegte Lichtquellen, die beispielsweise von fahrenden Autos oder auch sich bewegenden Sternen kommen können und die bei Langzeitbelichtungen als Lichtspuren dargestellt werden. Der Mond beispielsweise muss mit einer Belichtungszeit von 1/200 Sekunde oder kürzer belichtet, damit er gestochen scharf dargestellt werden kann.

Zusätzlich kann man natürlich auch selber noch für weitere Beleuchtung sorgen, dies kann über Blitze erfolgen, die einen sehr kurzen und hellen Lichtakzent setzen, wo aber auch die Reichweite und der Bereich der Ausleuchtung beschränkt ist, dazu kommt, dass das Licht mit der Entfernung weniger wird, weshalb hier keine gleichmäßige Ausleuchtung gegeben ist. Eine andere Alternative sind Taschenlampen, die durch die LED-Technik so stark sind, dass sie für Ausleuchtungen sehr schön zu gebrauchen sind, allerdings ist hier auf die Lichtfarbe zu achten, um keine Farbstiche im Bild zu erzeugen.

Dies ist dann im Prinzip schon der Anfang von Lichtmalerei oder Lightpainting, wo Lichtquellen während der Belichtung bewusst durch das Bild bewegt werden und dadurch spezielle Lichtpunkte oder Lichtspuren erzeugt werden. Von dieser Art der Fotografie habe ich mich lange abschrecken lassen, da erste Versuche gar nicht erfolgreich waren und ich mich dann länger nicht mehr daran getraut habe.

Diese Einstellung hat sich aber geändert als ich einen Workshop von JanLeonardo Wöllert fand, der durch seine Light Art Performance Fotografie (LAPP) bekannt wurde und der mich von dieser Art der Fotografie total begeistert hat. Dies war dann auch der Grund, dass ich in letzter Zeit immer mal halbe Nächte draußen verbracht habe oder etwas im Studio mit dunklem Hintergrund ausprobiert habe. Hierbei habe ich festgestellt, dass man mit teilweise mit relativ einfachen Mitteln ganz besondere und besonders kreative Bilder erzeugen kann, die nicht nur auf Landschafts- oder Architekturfotografie beschränkt sind wie man eigentlich erwartet, sondern beispielsweise ganz ausgefallene Personen- oder Objektaufnahmen zulassen. Dies ist auch eine ganz tolle Art um Kreativität in die Fotografie mit einfließen zu lassen, weshalb ich mich damit sicher noch einige Zeit auseinander setzen werde und immer wieder neue Dinge ausprobiere.